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Märchenbasar

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Die drei lustigen Brüder

Es waren einmal drei Brüder; der eine war stockblind, der andere lendenlahm und der dritte splitternackt. Diese drei gingen eines Tages in den Wald, um Vogelnester auszunehmen. Als sie so im Walde hingingen, sah der Blinde plötzlich aus dem Gestrüpp einen Hasen hervorspringen. Kaum hatte er dies seinen Brüdern gesagt, war auch schon der Lahme wie der Wind hinter dem Hasen her und hielt ihn, eh‘ man’s gedacht, an den Hinterbeinen. Nun aber wußten sie nicht, wie sie den gefangenen Hasen nach Hause schaffen sollten. Da sprach der Nackte: »Gebt ihn her!« und steckte ihn in seine Tasche. In der Freude über diesen Fang vergaßen sie, Vogelnester zu suchen, und gingen heimwärts. Auf dem Wege aber entspann sich ein Streit unter ihnen darüber, wem der Hase gehöre. Und das war nicht so leicht zu entscheiden, wie ihr denkt. »Ich habe ihn zuerst gesehen!« sprach der Blinde. »Was hilft das Sehen!« entgegnete der Lahme, »ich habe ihn gefangen, mir gehört der Hase.« »Hätte ich ihn nicht in die Tasche gesteckt«, sagte der Nackte, »ihr hättet ihn im Walde müssen laufen lassen, der Hase gehört mir!« So stritten die drei Brüder untereinander, und keiner wollte nachgeben, endlich kamen sie auf den klugen Gedanken, den Streit durch den Richter entscheiden zu lassen; sie gingen schnurstracks zu diesem und fanden ihn auch zum großen Glück daheim. Dem mußte nun jeder von den dreien den Hergang der Sache erzählen, und als der letzte mit seiner Erzählung zu Ende war, sprach der Richter: »Ihr braven Leute! Ich höre, daß ihr alle drei gut lügen könnt, wer mir von euch die dickste Lüge sagen kann, dem soll der Hase gehören.« Da hüb der Blinde an: »Mein Vater hatte einmal gar viele Schafe, die mußte ich alle Tage zur Tränke treiben. Als ich sie einmal wieder austrieb an den Bach, da war dieser zugefroren. Ich stand lange ratlos am Ufer; ungetränkt durfte ich meinem Vater die Schafe nicht nach Hause bringen, und eine Axt, die Eisdecke durchzuhauen, war in der Nähe auch nicht zu finden. Ich dachte lange nach; endlich hatte ich’s; ich legte mich platt aufs Eis und schlug mit meinem Kopfe eine große Lumme (en griß Leam) ins Eis, so daß alle Schafe sich satttrinken konnten. Als ich nun meine Herde heimwärts trieb, sah ich auf den Weidenbäumen, welche am Bachufer standen, Drescher, die droschen Erbsen, so daß die Körner weit umherflogen wie der Hagel. ‚Gott greß ich, ir earetlich Drescher!‘ rief ich ihnen zu. ‚Mer danken der, tea Ohnenhiwdijer!‘ war die Antwort. Verwundert und erschrocken griff ich mit beiden Händen nach meinem Kopfe und fühlte, daß ich keinen Kopf mehr hatte. ‚Weh kann er dir nun nicht mehr tun, dachte ich; allein du kannst ihn ja vielleicht sonst noch brauchen. Wo solltest du ihn wohl gelassen haben? Sollte er dir nicht, als du damit das Loch in das Eis schlugst, heruntergefallen und in Gedanken da liegen geblieben sein?‘ Eilig (nor ni dich) kehrte ich um und sah zu meiner Freude schon von weitem meinen Kopf

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