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Märchenbasar

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Die goldenen Kinder

Im Schmuck der Hochzeitskleider stand ein junger Mann vor der Haustür seines Vaters. Er sah schweigend in den frühen Morgen hinein, als ob er an nichts dächte. Er dachte aber, daß heute seine Hochzeit sei, daß seine Braut zwar nicht schön sei, ihm aber doch eine schöne Mitgift zubringe. Wie er so dastand, ging ein hübsches Mädchen vorüber, das sah ihn an und sprach: »Nähme mich dieser zum Weibe, ich würde ihm goldene Kinder gebären.« Der Jüngling hörte die Rede, besann sich nicht lange und nahm statt der ersten Braut das schöne Mädchen zum Weib. Jammernd war die Verlassene dem Zug in die Kirche gefolgt und rief: »Ach, lieber Herr, wenn ich auch nicht dein untertäniges Weib sein kann, so nimm mich wenigstens als Dienstmagd in dein Haus, ich will dir treu und redlich dienen, nur gönne mir die Lust, dich stets vor Augen zu haben.« Der junge Mann erbarmte sich der Weinenden und nahm sie zu sich ins Haus, wo sie ihm, so schien es, treu und redlich diente. Nach einem Jahr sollte die Frau des Herrn entbunden werden; da ließ sie sich von der Magd bereden, ihr Bett oben auf den Boden zu verlegen, es sei da, sagte die Magd, der Stille wegen besser. Die Frau gebar zwei schöne goldene Knaben. Jetzt sah die Magd, welche die kranke Frau allein wartete, den Augenblick der langersehnten Rache gekommen, tötete die beiden Kinder, begrub sie an einer Mauer im Hof und legte statt ihrer einen jungen Hund in die Wiege. Darauf ging sie zum Herrn und klagte ihm das mächtige Unglück: Nicht zwei goldene Kinder seien ihm beschert, sondern eine abscheuliche Mißgeburt. »Oh«, fing sie zu klagen an, »mußtest du, mein Herr, mich darum verstoßen, damit du eine solche scheußliche Hexe heimführtest! Wie jammert mich dein Schicksal! Du bist jetzt unglücklicher als ich, die verstoßene Magd.« So brachte das falsche Weib den Mann dahin, daß er den jungen Hund sogleich tötete und begraben ließ, die kranke Frau aber aus dem Haus jagte und die Magd zum Weibe nahm. Nicht lange, so wuchsen im Hof zwei Apfelbäume, die hatten goldene Zweige und trugen goldene Äpfel. Sie waren aus den Herzen der getöteten Kinder aufgegangen und hatten schon im ersten Jahre Armdicke, im zweiten aber die volle Höhe. Das falsche Weib geriet darüber sehr in Angst; immer fielen ihr bei den goldenen Zweigen und Äpfeln die ermordeten Knaben ein, und sie ließ deshalb trotz den Wünschen ihres Mannes, welcher seit dem Verluste der ersten Frau seine einzige Freude an diesen Bäumen hatte, dieselben umbauen. Als er das sah, sagte er: »Wir wollen uns wenigstens aus dem Holz zwei Bettstätten machen lassen, daß wir doch etwas von den Bäumen haben.« Die Bettstätten waren fertig, und beide, Mann und Frau, lagen des Nachts darin, da fing eine derselben zu reden an und sprach: »Höre, Bruder, wie ist dir unter deiner Last?« – »Mir ist nicht schwer«, war die Antwort, »denn ich trage unseren guten Vater.« – »Ach«, entgegnete die erste, »ich breche schier unter

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