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Der Pilzkönig
Vor langer, langer Zeit gingen einmal Pilzsammler in den Wald, um Pilze zu sammeln. Sie fanden einen großen Pilz, und unter diesem kam ein kleines Männlein hervor. Es war so groß wie ein Finger mit einem sehr langen Bart. Das Männlein nahm sogleich Reißaus, die Pilzsammler hinterdrein. Als sie das Männlein eingefangen hatten, fragten sie, wer es sei. Das Männlein sagte: »Ich regiere über die Pilze, die in diesem Walde wachsen!« Nun berieten die Pilzsammler, was mit dem Männlein zu tun wäre. Zuletzt entschlossen sie sich, das kleine Männlein dem König als Geschenk zu überbringen, und so brachten sie es dem König. Der König zahlte den Pilzsammlern ehrlich ihren Finderlohn, das kleine Männlein aber ließ er in den Keller sperren. Nun hatte der König große Lust, ein Fest zu veranstalten, um seinen Gästen das unter dem Pilz gefundene Männlein zu zeigen. Bis dahin sollte das Männlein im Keller bleiben. In dieser Zeit spielte der kleine Sohn des Königs mit seinem Goldei auf dem Hof. Mitten im Spiel fiel das Goldei dem Königssohn aus der Hand und rollte durchs Fenster in den Keller. Gerade in jenen, wo der König das kleine Männlein gefangenhielt. Das kleine Männlein hob das Goldei auf und zeigte es durchs Fenster dem Jungen. Der Junge rief: »Gib mir bitte mein Goldei wieder!« Das Männlein erwiderte: »Du bekommst es, wenn du selbst zu mir in den Keller kommst!« Der Junge fragte: »Wie kann ich zu dir kommen? Die Tür ist doch verschlossen!« Das Männlein sprach zu ihm: »Geh in das Schloß und hol den Schlüssel!« Der Junge ging und holte den Schlüssel. Dann öffnete er die Kellertür und trat ein. Das Männlein reichte dem Jungen das Goldei, selbst aber sprang es — schwupp! — zwischen den Beinen des Jungen zur Tür hinaus. Der Junge bemerkte nicht einmal, wie das Männlein davonlief. Als der Junge die Tür wieder zuschließen wollte, schaute er aber erst nach, ob das Männlein noch da war, konnte es jedoch nirgends entdecken. Da wurde dem Jungen angst und bange. Er schloß die Tür zu und brachte den Schlüssel zurück. Daß er im Keller war und daß das Männlein davongelaufen war, sagte er niemandem. Der Festtag rückte heran, an dem der König seinen Gästen das kleine Männlein zeigen wollte. Viele Gäste kamen herbei, das Wunder zu sehen. Der König schickte einen Diener in den Keller, um das Männlein zu holen. Der Diener kam zurück und flüsterte dem König ins Ohr, daß das Männlein verschwunden sei. Der König wollte es nicht glauben. Er ging selbst nachschauen, aber das Männlein war und blieb verschwunden. Da half alles nichts, der König schämte sich zwar, die geladenen Gäste und das Volk an der Nase herumgeführt zu haben, er mußte ihnen schließlich doch verkünden, daß das Männlein verschwunden sei. Er fügte noch hinzu, das Männlein wird wahrscheinlich durch ein Mauseloch entkommen und geflohen sein. Die Gäste schenkten dieser Meinung Glauben, bedauerten aber sehr, das kleine Männlein nicht gesehen zu haben. Die Jahre verstrichen. Der Königssohn wuchs zum Manne heran. Da kam