Tritt ein und lass dich verzaubern
Hier dreht sich alles um die phantastische Welt der Märchen und davon bekommst du jede Menge geboten. Über 4000 klassische und sehr viele brandneue Märchen warten auf dich.
Die drei Dummköpfe
Ein armer Mann hatte eine sehr hübsche Tochter; jeden jungen Mann, der sich um sie bewarb, wies er ab. »Wer meine Tochter haben will, muss dreihundert Realen zahlen.« Es waren schon viele gekommen, aber niemand, der dies zahlen konnte. Schliesslich fand sich jemand, der sagte; »Ich werde die Summe zahlen.« Und er verkaufte seine sämtlichen Sachen, sogar seine Sklaven, und erhielt dreihundert Realen dafür. Die brachte er seinem Schwiegervater und dieser sagte ihm: »Bestimme einen Dir passenden Tag, damit ich Dich verheirate.« Er bestimmte einen Tag und heiratete; jedoch wurde ihm keine Ehre angethan, er heiratete wie ein Sklave. Das ärgerte ihn sehr und er sagte: »Mein Geld habe ich umsonst hingegeben.« Zunächst blieb er eine Zeit lang dort, dann nahm er seine Frau mit sich; ihr Vater gab ihr jedoch weder ein einziges Stück Zeug noch einen einzigen Sklaven mit. Er zog weg mit seiner Frau und wohnte ausserhalb der Stadt und war sehr arm. Er beschäftigte sich damit, Vögel zu schiessen. Wenn er zwei bekommen hatte, verkaufte er sie und kaufte Essen ein und die Zuthaten dazu; das war seine tägliche Beschäftigung. Da erschien eines Tages ein junger Mann und stellte seiner Frau nach. Die Frau that so, als ob sie einwillige. Er schenkte ihr einen Maria Theresien-Thaler. Sie hielt ihn jedoch jeden Tag zum besten und sagte: »Erwarte mich im Walde«; sie ging aber nicht hin. Eines Tages kam der Vater jener jungen Frau und traf den jungen Mann, der seiner Tochter nachstellte, unterwegs und sagte: »Ich will zum Hause des Ali, wo ist dies wohl?« »Das kenne ich genau«, erwiderte jener, »lass uns gehen, ich werde Dich hinführen.« Den Ehemann traf er nicht an, und er rief hodi und sagte zur Frau: »Bringe eine Matte, Dein Vater ist gekommen.« Sie brachte eine Matte heraus und breitete sie in der Vorhalle aus. Dann fragte er: »Wo ist Dein Mann hingegangen?« Sie sagte: »Er ist spazieren gegangen.« Während sie sich noch in der Vorhalle unterhielten, kam ihr Mann zurück. Er hatte zwei Vögel geschossen. Als er Leute in der Vorhalle sah, schämte er sich dort vorüberzugehen und kam von hinten herein. Den einen Vogel gab er seiner Frau und fragte: »Wer ist in der Vorhalle draussen?« Sie antwortete: »Mein Vater ist gekommen.« Dann ging er auf den Markt, um die Vögel zu verkaufen, und kaufte Reis, Kokosnüsse und Pfeifer dafür, kehrte wieder durch die Hinterthüre zurück und übergab alles seiner Frau. Alsdann kehrte er auf einem andern Weg wieder zurück, näherte sich der Vorhalle und gab seinem Schwiegervater die Hand und fragte: »Was giebt’s Neues, da wo Du herkommst? Geht’s der Mutter und den Uebrigen gut?« Er sagte: »Es geht allen gut.« Dann unterhielten sie sich noch lange und legten sich ein wenig zur Ruhe. Unterdessen bereitete die Frau das Essen. Als es fertig war, stellte sie sich in die Thüre und rief: »Heda, Ihr drei Dummköpfe!« Zuerst erwachte ihr Vater. Sie rief zum zweiten Male: »Heda, Ihr drei Dummköpfe«, da erwachte ihr Mann. Als sie zum dritten