Tritt ein und lass dich verzaubern
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Wünschegold
Es war einmal vor langer Zeit ein König in Erin, der hatte drei Söhne. Eines Tages ging der König mit der Königin spazieren, um sich die Wellen und die Felsen am Strand anzuschauen. Nachdem sie eine Zeit umhergegangen waren, kam von weit draußen auf der See ein Segelboot herein. Als das Boot anlegte, sahen sie vor sich einen grauhaarigen, alten Mann, der sprach zu ihnen: “Es wundert mich doch, daß ihr nicht einmal aufs Meer hinausfahrt. Da gibt es Dinge zu sehen, daß ihr euch wundern würdet.” “Wie können wir aufs Meer hinausfahren, wenn wir weder ein Schiff noch ein Boot haben?” sagte der König. “Dann steigt bei mir ein”, sprach der Alte zu dem König, “und die Königin könnt ihr auch mit an Bord bringen.” Der König und die Königin nahmen diese Einladung an, und sie segelten eine ganze Weile, bis wieder Land in Sicht kam. Der Alte hielt auf die Küste zu. “Wollt ihr nicht einmal aussteigen?” fragte er den König. Der stand auf und wollte an Land gehen. “Das wundert mich aber”, sprach da der Alte, “ihr seid doch ein König und solltet wissen, was gute Sitten sind. Dennoch fällt es euch nicht ein, daß man der Königin den Vortritt läßt.” Der König schlug sich an den Kopf und gab dem Alten recht. Darauf trat er beiseite und ließ seine Frau ans Land steigen. In diesem Augenblick aber stieß der Alte sich mit der Sohle seines Stiefels so kräftig von einem Felsen ab, der nahe dem Ufer aus dem Wasser ragte, daß das Boot neun Meilen in die offene See hinausschoß. Der König war erstaunt und erschreckt. Aber der Alte sagte nur: “Habt ihr euch etwa nicht immer schon einmal heimlich gewünscht, ohne eure Frau, die Königin, ein Abenteuer zu erleben? Macht euch um ihre Sicherheit keine Gedanken. Ehe sie es sich versieht, wird sie zurückversetzt sein auf euer Schloß. Das steht in meiner Macht.” Das Boot fuhr dann tagelang mal in diese, mal in jene Richtung, bis sie an die Insel der Einsamkeit kamen. Hier ankerte das Boot, der König stieg aus und wanderte über die Insel dahin, bis er zu einem Schloß kam. Er trat ein. Niemand war darin außer einer Frau, die war so schön wie eine Nacht, in der Mond und Sterne scheinen. Sie hatte langes schwarzes Haar, ihre Arme schimmerten wie poliertes Elfenbein, ihr Mund war wie ein rotbäckiger Apfel, von dem es einen verlangt zu kosten, und wenn man ihre Fingerspitzen betrachtete, war man sicher, daß sie viele Bewegungen voller Zärtlichkeit ausführen konnten. Die Frau bereitete dem König ein Essen. Sie saßen an einem Tisch, teilten Speis und Trank, und als sie sich gestärkt hatten, erhob sich die Frau und zog die Schleife des Gürtelbandes auf, das ihr Gewand zusammenhielt. Sie machte eine Bewegung mit den Schultern, und das Gewand glitt über ihren Körper herab und fiel auf den Boden. “Nun schlaf mit mir”, sagte sie leise zu dem König von Erin. Der König fand ihr Benehmen etwas seltsam, denn in