Tritt ein und lass dich verzaubern
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Die verschwundenen Ostereier
Wie jedes Jahr gibt es auch in diesem Jahr ein Osterfest. Die Hasen haben deshalb alle Pfoten voll mit Verstecken ihrer Gaben zu tun. Aber wie immer ist diese Arbeit lange vor Sonnenaufgang des Ostersonntags beendet.Hase Flitz begibt sich nicht gleich zur Ruhe wie die anderen, von der Mühe vollkommen erschöpften Mitstreiter. Nein, er streift noch einmal prüfend durch den Märchenwald und schaut, ob die Tiere ihre Osterüberraschungen bekommen haben. Meister Tippel, der Oberosterhase, hatte einstmals diese Idee gehabt und seither freuen sich die Waldtiere immer aufs Neue auf dieses Frühlingsfest.Zufrieden hoppelt Flitz vorwärts und murmelt lächelnd: „Fein, Familie Igel hat voriges Jahr wieder drei Kinder bekommen. Aber an der Anzahl der Eier kann ich sehen, dass meine Freunde das nicht vergessen haben. Na ja, mit der Einwohnerkartei ist das ja nun endlich auch kein Problem mehr. Wenn ich daran denke, wie der Weihnachtsmann die Postkrähe Krofax zurechtgewiesen hat, als vor einigen Jahren eine Familie an den Waldrand gezogen war, er davon nichts wusste und ihm die Weihnachtsfee Marielle helfen musste, da er keine Geschenke mehr hatte. Oh, das war schlimm! Doch nun gibt es keine Seele mehr, die im Meldeamt nicht aufgelistet ist, fein, fein!“Plötzlich bleibt er vor der Behausung der Familie Petz stehen und kann weit und breit nicht ein buntes Ei entdecken. Schlimm! Denn der kleine Brummel mag sie doch so sehr. Da erblickt er einen kleinen Wicht, der in einiger Entfernung vor ihm herhüpft und einen Rucksack über seinem Rücken trägt. Aber das Kerlchen ist so schnell, dass er es alsbald aus dem Blickfeld verliert. Nachdenklich, ob es dies Jahr ein trauriges Fest für einige Tiere werden würde, streift Flitz weiter und wieder sieht er den Wicht. „Wer ist denn das?“ Flitz strengt sich an, etwas zu erkennen. Vor dem Baumstamm der Eichhörnchen bleibt er stehen, findet aber auch hier absolut keine Osterüberraschung. „Das gibt es doch nicht!“, schimpft der Hase vor sich her und stellt nun gezielt dem Hüpferling nach. Bald hat er ihn eingeholt und bekommt noch mit, wie dieser vor dem Dachsbau alle bunten Ostereier in ein Säckchen steckt und sich auf und davon machen will.„So haben wir nicht gewettet, mein Freundchen!“, schnauft Flitz und packt den Eierdieb an der Schulter. Völlig überrascht dreht sich der Wicht um und schaut Flitz mit riesengroßen Augen aus einem runden Mondgesicht an. Bei dem Anblick kann sich Flitz das Lachen kaum verkneifen. Ihm gegenüber steht ein Wicht mit einer langen Nase, wie sie Pinoccio hat. Große, abstehende Ohren zieren seinen zu großen Kopf. Schwarzes, zerzaustes Haar gibt ihm ein verwahrlostes Aussehen. Zu allem Überfluss prangt ein blaues, aufgespießtes Osterei wie eine große Perle auf der Nasenspitze. Flitz stellt ihn zur Rede: „Was machst du hier? Vor allem, wer bist du? Bist du denn gemeldet? Und überhaupt! Du kannst doch nicht einfach den Waldtieren die Ostereier stehlen! Was willst du denn mit so vielen Eiern anstellen?“ Doch ehe er eine Antwort bekommt, grinst ihn der Wicht mit breitgezogenem Mund an und ist auf und davon, als wäre