Tritt ein und lass dich verzaubern
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Der Zauberring
Es lebten einmal drei Brüder, die wollten alle drei ihr Glück machen. Sie hatten eine alte Mutter, die gab einem jeden dreihundert Taler. Dafür dachte der älteste einen Laden zu kaufen, der zweite sprach: »Ich baue mir Land an«, und der dritte sagte: »Ich gehe zum Schloß, wer mir zuerst begegnet, dem gebe ich hundert Taler.« Nun, da begegnete ihm ein Mann, der hatte einen Sack auf dem Rücken, und in dem Sack war eine junge Katze. Da gab er ihm hundert Taler und brachte die Katze nach Hause. Und die Mutter sprach: »Was willst du denn damit machen?« Am zweiten Tag ging er wieder zum Schloß und sprach: »Wer mir begegnet, dem gebe ich hundert Taler.« Und es begegnete ihm ein Mann, der trug einen Hund im Sack, auch dafür gab er hundert Taler. Er brachte ihn nach Hause, da schalt ihn die Mutter und sprach: »Wofür hast du denn den gekauft, zum Essen etwa?« Dann ging er zum drittenmal zum Schloß, da begegnete ihm ein Geist. Der Geist blieb stehen, und der Knabe sah, daß er einen silbernen Ring am Finger hatte, dafür gab er ihm seine letzten hundert Taler. Während er nach Hause ging, drehte er an dem Ring. Da fragte ihn der Ring: »Was wünschest du?« – »Ich wünsche mir eine Königstochter zur Frau.« Dann ging er fort, holte die Katze und den Hund, und sie gingen zu dreien zum König. Der Knabe fragte: »Gibst du mir deine Tochter zur Frau?« Da antwortete ihm der König: »Wenn du ein Schloß baust, so schön, wie ich selbst eins habe, so will ich sie dir geben.« Als nun der König am andern Morgen erwachte, sah er das Schloß dastehn, und er sagte: »Sein Schloß ist noch prächtiger als das meine.« Aber er gab ihm seine Tochter doch nicht, sondern sprach: »Wenn du eine gläserne Brücke über den Fluß baust, so gebe ich sie dir.« Und der Knabe baute eine Brücke. Da gab er ihm die Tochter. Aber das Mädchen hatte hinter neun Königreichen einen Geliebten. Wie sich nun der Knabe mit der Königstochter die Nacht schlafen legte und eben eingeschlafen war, streifte sie ihm den Ring vom Finger und entfloh damit hinter neun Königreiche. Dort wurde sie das Weib des andern. Der Knabe erwachte, er sah, daß die Braut fort war und ihm den Ring gestohlen hatte. Da schickte er die Katze und den Hund aus, den Ring zu suchen. Und sie liefen zusammen durch die neun Königreiche und suchten nach dem Ringe. Da kamen sie in ein Haus, darin waren drei Bettler, die hatten eine Lade, und sie sprachen miteinander: »Da hinein stecken wir den Ring und Steine dazu, und dann versenken wir die Lade ins Meer, daß er ihn nicht wiederkriegt, der alte Bräutigam.« Da trug der Hund Holz in den Flur des Hauses, und die Katze fing an, die Dielen zu waschen. Und die Männer waren sehr erfreut, daß sie Diener bekommen hatten. Sie vergaßen die Lade und streckten sich auf den Bänken zum Schlafen