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Märchenbasar

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Melonentöchterchen

Vor langer Zeit lebten einmal ein alter Mann und eine alte Frau. In einem Jahr nun säten sie Gelbmelonen und da wuchs auf einem der Beete ein auffallend dicker Stengel hervor. Wie er so heranwuchs, bekam er seltsamer Weise nur unfruchtbare Blüten,*** fruchttragende Blüten aber – woran lag es wohl – trug er keine einzige. Die beiden Alten jedoch sagten: „Das ist eine sonderbare Sache! In der übrigen Saat haben wir uns doch nicht geirrt!“ Indessen wuchs und wuchs dieser eine Stängel, und als er über die Höhe des Beetes hinausgewachsen war, da trieb er eine einzige, ungewöhnlich große, fruchttragende Blüte hervor. Die große Frucht, welche dann über die Höhe des Beetes heranwuchs, erreichte bald den Umfang etwa einer großartigen Gelbmelone; dann aber wurde sie dicker, immer länger und hing weiter herunter und reichte schließlich bis zum Erdboden. „Das ist aber eine riesengroße Gelbmelone geworden!“ riefen die beiden Alten und freuten sich außerordentlich. „Diesen Kerl wollen wir völlig ausreifen lassen und seinen Samen gewinnen!“ überlegten sie und warteten, bis er sich gelb färbte. Als die beiden die Melone gemeinsam geerntet und nach Hause getragen hatten, plumpste sie, weil sie so schwer war, auf den Vorplatz nieder. Dabei barst sie und bekam der Länge nach einen Sprung. Aus diesem Spalt aber drang die weinende Stimme eines kleinen Kindes. Die alte Frau holte es heraus und ein rundliches kleines Mädchen kam zur Welt. Da es aus einer Melone geboren war, gaben ihr die beiden Alten den Namen Urihime, Melonentöchterchen, und zogen es voller Liebe auf. Nach und nach wurde es größer und wuchs zu einem wunderschönen Mädchen heran. Dieses Märchen war eine Meisterin im Weben und bald die beste im Dorf. Tag für Tag setzte sich Urihime im Obergeschoß an den Webstuhl; ten – kara – kan, ten – kara – kan! so webte sie mit aller Kraft und stets webte sie Stoffe, über die man in bewunderndes Staunen geriet. Wenn der alte Mann und die alte Frau einmal in die Stadt zu einem Tempelbesuch gingen, um ihren Dank abzustatten, kauften sie auf dem Rückweg immer als Geschenk für Urihime Süßkartoffeln, die sie liebte. „Urihime, jetzt sind wir wieder zurück! Wir haben den Tempel besucht, unseren Dank abzustatten, und haben auch Süßkartoffeln gekauft, die du gern hast!“, so riefen sie. Da sprang Urihime von ihrem Webstuhl auf, zupfte eins*** ums andere die Härchen aus den Knollen und aß sie dann. Damals lebte ein böses Geschöpf, Amanojaku genannt. Wenn die Erwachsenen nicht zu Hause waren, kam es in die Häuser der Mädchen und behexte sie. Hatte Amanojaku sie behext, änderte sich die Gemütsart selbst der folgsamsten Mädchen und sie wurden ungeschickt. Eines Tages sprachen die beiden Alten: „Urihime, das Oberhaupt des Tempels kommt in die Stadt. Wir möchten gern hingehen, um ihm unseren Respekt zu erweisen. Wer auch immer kommt: Bis zu unserer Rückkehr darfst du das Obergeschoß nicht verlassen und die Tür nicht öffnen!“ Dann verriegelten sie die Tür ganz und gar und machten sich beide auf den Weg. Als Urihime nun

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