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Die Geschichte vom ringwurmkranken Kerisen
Ein Jüngling verliebte sich in die Tochter eines Königs. Der Jüngling bekam vom Könige jedoch nicht die Erlaubnis, die Prinzessin zu heiraten. Und so verabredeten die beiden, da dies doch nun der Wille des Königs war, zu flüchten. Die Prinzessin sagte zum Jüngling: »So wollen wir es machen: wenn der Spottvogel ruft, dann halte die Pferde von Vater bereit, auf denen wir reiten können. Hast du alles fertig, dann komm‘ und wecke mich mit einem Stock, den du durch ein kleines Loch steckst und fang‘ mich am Fenster auf.« Der Jüngling erwiderte: »Gut, das wollen wir machen.« Nachdem sie ihren Plan gemacht hatten, begab sich der Jüngling wieder nach Hause. Nun traf es sich, daß Kerisen, der ringwurmkrank war, gerade beim Könige Wache hielt. Der hatte alles gehört, was die Prinzessin und der Jüngling miteinander abgemacht hatten. Bevor der Spottvogel gerufen hatte, stellte er die Pferde bereit, denn er wollte die Prinzessin entführen. Als die Pferde gestellt waren, weckte er die Prinzessin und fing sie am Fenster auf; er verfuhr genau so, wie der Jüngling es mit der Prinzessin verabredet hatte. Als er der Prinzessin in den Sattel geholfen hatte, stieg er auch auf, dann flohen sie so weit, daß der König sie nicht mehr erreichen konnte. Solange es noch dunkel war, hatte die Prinzessin es nicht merken können, daß Kerisen sie entführt hatte. Sie waren schon ein gut Stück geritten und bereits in den großen Wald gelangt, da überraschte sie das Tageslicht. Und als es heller Tag geworden war, da sah die Prinzessin, daß der Kerisen sie entführt hatte. Sie sagte: »O Kerisen, wie hast du mich betrogen! Ich glaubte, es wäre mein Verlobter.« Kerisen antwortete: »Nun, was wollt Ihr, umkehren oder mir folgen? Ich werde weiterziehen.« Die Prinzessin antwortete: »Was soll ich nur machen? Dir nicht folgen? Aber ich fürchte mich ja so vor der Heimkehr.« Sie zogen also weiter und kamen an die See. Und als sie am Strande entlang ritten, sahen sie einen Fisch, den fing Kerisen. Da sagte der Fisch: »O Kerisen, iß mich nicht auf.« Kerisen erwiderte: »O nein, aber ich muß dich doch essen!« Der Fisch sprach: »Iß mich nicht auf, sondern tu folgendes: nimm drei von meinen Barthaaren, und wenn du einmal in Schwierigkeiten gerätst, dann nimm eins, verbrenn‘ ein bißchen davon, und sogleich werde ich zur Stelle sein.« Da nahm Kerisen die drei Barthaare und ließ den Fisch los. Kerisen und die Prinzessin entfernten sich und ritten wieder in den Wald. Und als sie so weiterzogen, schauten sie einen Bach, darin trieb eine Limone. Sie sagten sich: »O, dann muß hier in der Nähe ein Dorf sein, denn dort treibt ja schon eine Limone.« Und so ritten sie bachaufwärts und gelangten nach der Hütte einer Witwe. Als sie da ankamen, sagten sie zu der Witwe: »Großmütterchen, wir möchten, daß du unsere Mutter wirst.« Die Witwe erwiderte: »Ach, wollt ihr mich arme Frau zur Mutter haben? Seht doch her, von mir könnt ihr nichts erben.« Kerisen und die Prinzessin entgegneten: »Wie dem