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Märchenbasar

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Billa und Tilla, zwei Schwestern

Es ist schon viele Jahre her. Da lebten einst zwei Schwestern. Aber vielleicht war es auch erst gestern! Sie hießen Tilla und Billa. Tilla war reich und vom Geiz zerfressen und sie hatte ein kaltes Herz. Sie konnte die Kinder ihrer Schwester Billa hungern und weinen sehen, ohne zu helfen. Billa war arm. Die Nachbarin, eine alte Frau, passte auf die Kinder auf, wenn Billa von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus ging, um zu betteln. Meistens schlug man ihr die Türe vor der Nase zu und daheim warteten vier hungrige Mägen auf einen Kanten Brot. Heute war es nicht anders. Kein Krümel von einem Stück Brot steckte in ihrem Beutel. Gegen Mittag erreichte sie den Wald, wenigstens ein paar Pilze wollte sie finden. Doch Billa wurde müde. Der Magen knurrte und ihre Füße wollten sie nicht mehr tragen. So legte sie sich im Wald unter einer Eiche nieder, um auszuruhen. Schon bald fielen ihr die Augen zu. Am späten Nachmittag wurde Billa wach, weil sie eine Stimme hörte. „Kann ich dir helfen?“ Vor ihr stand ein Männchen mit einer lustigen roten Zipfelmütze auf dem Kopf und einer ebenso roten Knollennase im Gesicht. „Ich bin Huschel, der Wichtel“, sagte es. „Du hast dich in mein Reich verirrt. Fast wäre ich über dich gestolpert!“ „Verzeihung!“, sagte Billa und stellte sich schwankend auf die Füße. Huschel musterte sie von oben bis unten und fragte: „Hast du Hunger?“ Sie nickte. „Dann komm mit! Es ist nicht weit!“ Im Wichtelreich war alles sehr klein und zierlich. Und weil sie in keines der Häuschen passte, setzte sie sich mitten auf dem Dorfplatz auf die Erde. Aus allen Ecken wuselten Wichtel heran und brachten die feinsten Leckerbissen und stellten sie auf aneinander gelegte winzige Decken ab. Die Männlein setzten sich nun ebenfalls auf den Boden und es begann ein ausgelassenes Miteinander. Billa aß sich satt, aber mit einem schlechten Gewissen, weil sie an ihre hungrigen Kinder dachte. Sie bedankte sich alsbald und wollte gehen. Da kam Huschel. Er setzte sich neben sie und schaute ihr in die Augen. „Ich habe noch eine große Bitte an dich. Erzähl uns doch von den Menschen. Wie leben sie? Ist es bei euch genauso wie bei uns?“ „Wo soll ich beginnen?“, dachte Billa. “So viel Zeit habe ich nicht, um alles zu berichten. Was interessiert euch denn am meisten?“ „Wir wüssten gerne, wie ihr mit den wechselnden Jahreszeiten zurecht kommt? Wie verbringt ihr das ganze Jahr?“, forderten die Wichtel. Billa begann zu erzählen: „In den ersten Monaten des Jahres ist es noch sehr kalt. Schnee bedeckt die Felder mit einem großen, weißen Teppich. Der Frost bemalt alle Bäume silbrigweiß. Es wird früh dunkel. Wir zünden Kerzen an, erzählen uns Geschichten und ruhen uns aus. Dann kommt der Frühling. Es wird wärmer. Alles wird grün. Vögel singen und bunte Blumen erblühen in den schönsten Farben.“ „Und was kommt dann?“, wollte das kleinste Wichtelchen wissen. „Ja“, sagte Billa, „dann kommt der Sommer. Die Sonne scheint, es ist länger hell. Das Getreide

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