Suche

Märchenbasar

Tritt ein und lass dich verzaubern

Hier dreht sich alles um die phantastische Welt der Märchen und davon bekommst du jede Menge geboten. Über 4000 klassische und sehr viele brandneue Märchen warten auf dich.

Märchenbasar-Trenner

Nina und die verlorenen Träume

Nina, die kleine Prinzessin, besaß alles, was sich ein Kinderherz wünschte. Eine Familie, die sie liebte, eine Menge Spielsachen und ein sorgloses Leben. Und trotzdem war sie unzufrieden und traurig, weil sie noch niemals in ihrem neunjährigen Leben geträumt hatte. Dass es Träume gab, wusste Nina, denn oft genug hatte sie zugehört, wenn sich die Menschen im Schloss gegenseitig davon erzählten. Aber warum träumte sie nicht? Vielleicht sollte sie doch einmal ihren Lehrer, der sie und ihre Brüder hier im Schloss unterrichtete, fragen? Er wusste doch so viel. Eines Morgens im Klassenzimmer fasste sich die Prinzessin ein Herz und fragte den Lehrer, ob man nicht auch lernen könnte zu träumen. Ihre Brüder lachten sie aus und Herr Wieland meinte: „Nein, lernen kann man das nicht. Ein Traum kommt, wenn du tief schläfst, Nina. Meist in der Nacht. Dann siehst du viele Dinge, vielleicht deine Eltern oder etwas, das du dir schon so lange wünschst.“ „Ich sehe da überhaupt nichts“, erwiderte die Prinzessin und schüttelte enttäuscht und mit Tränen in den Augen ihren blonden Lockenkopf. „Da kann ich dir leider nicht helfen“, entgegnet der Lehrer und fuhr mit dem Unterricht fort. Ein paar Tage später ging die kleine Prinzessin wieder einmal in den Schlossgarten. Wie eine Schlafwandlerin stolperte sie den Parkweg entlang und ihre heiß geliebte Schaukel blieb unbenutzt. Nina war so in Gedanken versunken, dass sie nicht bemerkte, wie weit sie in den Teil des Schlossgartens lief, in dem sie noch niemals war. „Du kommst mich besuchen, kleine Prinzessin?“, hörte sie plötzlich eine krächzende Stimme und sie erschrak. „Hier bin ich, gleich neben dem Ginsterstrauch.“ Die Prinzessin wagte einen Blick und wich ein paar Schritte zurück, aber sie lief nicht davon. Ein so kleines, hässliches Männchen hatte Nina noch niemals in ihrem Leben gesehen. Seine Augen schauten sie durch kleine Schlitze an, und die dicke Knollennase war blutrot. Als es lachte, sah sie, dass es nicht mehr alle Zähne in seinem großen Mund hatte. Sein weißer Bart berührte fast den Erdboden. „Ich bin Manniok, der Zwerg. Hast du noch nie etwas von mir gehört?“ Die Stimme des Männleins klang leicht beleidigt. „Nein, wer sollte mir denn von dir erzählt haben?“, fragte Nina und trat etwas näher auf Manniok zu. Er war zwar ein hässlicher Wicht, doch sie verspürte keine Angst. „Nun, deine Familie vielleicht, oder die Diener? Aber ist auch egal, jetzt hast du mich ja kennen gelernt.“ Wieder zeigte er seine wenigen Zähne, als er lachte. „Du bist jedenfalls nicht vor meinem Anblick davongelaufen, wie all die anderen Menschen, denen ich begegnete. Deshalb musste ich mir auch oft eine andere Bleibe suchen.“ „Und du wohnst hier?“, wollte die Prinzessin wissen. „Ja, dort in dem großen, dicken Baum. Er ist hohl und dient mir als Wohnung. Ich würde dich gerne zu einer Löwenzahnmilch einladen, doch du bist für mein Haus etwas zu groß.“ Er lachte wieder, als er das sagte und Nina stimmte mit ein. Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass sie so fröhlich war. Doch schon

Weiterlesen »

Gefällt dir das Projekt Märchenbasar?

Dann hinterlasse doch bitte einen Eintrag in meinem Gästebuch.
Du kannst das Projekt auch mit einer kleinen Spende unterstützen.

Vielen Dank und weiterhin viel Spaß