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Märchenbasar

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Die Geschichte Almansors

O Herr! Wenn es Euch nicht langweilt, will ich Euch die wunderbaren Schicksale eines meiner Freunde vortragen. Auf jenem algerischen Kaperschiff, von welchem mich Eure milde Hand befreit hat, war ein junger Mann in meinem Alter, der mir nicht für das Sklavenkleid geboren schien, das er trug. Die übrigen Unglücklichen auf dem Schiff waren entweder rohe Menschen, mit denen ich nicht leben mochte, oder Leute, deren Sprache ich nicht verstand. Darum fand ich mich zu der Zeit, wo wir ein Stündchen frei hatten, gern bei dem jungen Mann ein. Er nannte sich Almansor und war seiner Aussprache nach ein Ägypter. Wir unterhielten uns recht angenehm miteinander und kamen eines Tages auch darauf, uns unsere Geschichte zu erzählen, wobei dann die meines Freundes allerdings weit merkwürdiger war, als die meinige. Almansors Vater war ein vornehmer Mann in einer ägyptischen Stadt, deren Namen er mir nicht nannte. Er verlebte die Tage seiner Kindheit vergnügt und froh und umgeben von allem Glanz und aller Bequemlichkeit der Erde. Aber er wurde dabei doch nicht weichlich erzogen, und sein Geist wurde frühzeitig gebildet. Denn sein Vater war ein weiser Mann, der ihm Lehren der Tugend gab, und überdies hatte er zum Lehrer einen berühmten Gelehrten, der ihn in allem unterrichtete, was ein junger Mensch wissen muss. Almansor war etwa zehn Jahre alt, als die Franken über das Meer in das Land kamen und Krieg mit seinem Volk führten. Der Vater des Knaben musste aber den Franken nicht sehr sicher erschienen sein, denn eines Tages, als er eben zum Morgengebet gehen wollte, kamen sie und verlangten zuerst seine Frau als Geisel seiner treuen Gesinnung gegenüber dem Frankenvolk, und als er sie nicht geben wollte, schleppten sie seine Frau mit Gewalt ins Lager. Der Junge Almansor wurde also in das fränkische Lager geführt. Es erging ihm dort im ganzen gut, denn einer der Feldherren ließ ihn in sein Zelt kommen und hatte seine Freude an den Antworten des Knaben, die ihm ein Dragoman übersetzen musste. Er sorgte für ihn, dass ihm an Speise und Kleidung nichts abginge, aber die Sehnsucht nach Vater und Mutter machte den Knaben dennoch höchst unglücklich. Er weinte viele Tage lang, aber seine Tränen rührten diese Männer nicht. Das Lager wurde abgebrochen, und Almansor glaubte, jetzt wieder zurückkehren zu dürfen. Aber es war nicht so, das Heer zog hin und her, führte Krieg mit den Mamelucken, und den jungen Almansor schleppten sie immer mit sich. Wenn er dann die Hauptleute und Feldherren anflehte, ihn doch wieder heimkehren zu lassen, so verweigerten sie es ihm und sagten, er müsse ein Unterpfand von seines Vaters Treue bleiben. So war er viele Tage auf dem Marsch. Auf einmal aber entstand eine Bewegung im Heer, die dem Knaben nicht entging. Man sprach von Einpacken, von Zurückziehen, vom Einschiffen, und Almansor war außer sich vor Freude, denn jetzt, wenn die Franken in ihr Land zurückkehrten, jetzt musste er ja frei werden! Man zog mit Ross und Wagen rückwärts gegen die Küste, und endlich war man so weit, dass

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