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Märchenbasar

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Dschuder Ben Omar

Es lebte einst ein Mann in Kairo, der hiess Dschuder Ben Omar; seiner Beschäftigung nach war er Fischer und hatte eine Mutter und zwei Brüder. Die beiden Brüder waren Bummler und Taugenichtse, aber Dschuder Ben Omar arbeitete für seine Mutter und ging auf den Fischfang, der Arme. Jeden Tag begab er sich an das Ufer des Wassers und warf den ganzen Tag über das Netz aus, um gegen Abend doch immer nur ein Paar armselige Fische zu erbeuten, die er dann für dreiviertel oder einen ganzen Piaster verkaufte. So lebte er eine Zeit lang. Einst dachte er bei sich und sprach: »Diese Beschäftigung kann mich nicht ernähren.« Eines Tages begab er sich auch an das Ufer des Wassers; er hatte sein Netz schon das erste und das zweite Mal ausgeworfen, aber nichts gefangen. Da sprach er zu sich: »Ich will ein wenig ausruhen; das Schicksal will es einmal so: gegen Abend werde ich mit Gottes gnädiger Hilfe zwei Fische wie gewöhnlich herausfischen!« Als er am Ufer sass und sich ausruhte, da kam ein Mann auf einem Maultiere herangeritten; der sprach zu ihm: »Friede sei über dir!« Dschuder antwortete: »Über dir sei der Friede!« Der Fremde sprach zu ihm: »Du bist Dschuder Ben Omar?« Er entgegnete: »Ja.« Da stieg jener von seinem Maultiere ab und sprach zu Dschuder: »Nimm hundert Goldstücke!« Er übergab ihm die hundert Goldstücke und reichte ihm einen seidenen Strick. Er befahl Dschuder: »Binde mich jetzt und schaff mich ins Wasser, bis du ins Tiefe kommst! Wenn du in das Tiefe kommst, dann wirf mich dort ins Wasser! Wenn du mich hineingeworfen hast, dann bleib und warte an jener Stelle! Wenn du dann siehst, dass sich der Schaum des Wassers weiss färbt, so freue dich, denn dann komme ich wieder zu dir herauf; wenn du aber siehst, dass der Schaum rot wird, dann halte mich für tot!« Dschuder sah den Fremden an und sprach zu ihm: »Was ist der Grund hiervon?« Jener entgegnete: »Frage mich nicht weiter! Wenn ich wieder heil zu dir heraufkomme, dann bist du ein reicher Mann; sterbe ich aber, mein Söhnchen, dann sei mir und dir Gott gnädig! Das ist, was dir von Gott beschieden ist!« Dschuder sagte weiter nichts, sondern ergriff jenen und fesselte ihn ordentlich. Jener sprach aber: »Fessle mich noch besser!« Schliesslich hatte ihn Dschuder nach seinem Wunsche gefesselt. Er nahm ihn auf die Schulter und begab sich mit ihm in das Wasser, dann warf er ihn ins Tiefe und gab Achtung. Jener Mann hatte zu Dschuder gesagt: »Warte etwa eine Stunde lang!« Dschuder wartete dort eine Stunde; da stieg ein roter Schaum herauf. Dschuder rief: »Gott, jener ist tot! Er hat sich selbst Leid angethan, wie es nur der Feind dem Feinde anthut!« Hierauf stieg Dschuder auf das Maultier und begab sich wieder in die Stadt zurück. Da begegnete ihm ein Jude am Stadtthore, der sprach zu ihm: »Gieb mir das Maultier!« Er entgegnete ihm: »Nimm es!« Hierauf wandte sich der Jude an Dschuder und sprach zu ihm: »Begierde und

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