Suche

Märchenbasar

Tritt ein und lass dich verzaubern

Hier dreht sich alles um die phantastische Welt der Märchen und davon bekommst du jede Menge geboten. Über 4000 klassische und sehr viele brandneue Märchen warten auf dich.

Märchenbasar-Trenner

Das blutrote Seidenschaf

Ein armer Waisenknabe, dem Vater und Mutter gestorben waren, verdingte sich einem Manne, welcher fünf Schafe hatte. Dieser gab ihm für jedes Stück einen Gulden Hüterlohn und hieß ihn, im Walde eine Weide aufzusuchen. Wenn er dann im Herbst zurückkomme, werde er ihm für jedes Stück, welches er über die fünf heimbringen würde, wieder einen Gulden geben. Darauf trieb der junge Hirte sein kleines Häuflein fort und kam nach ein paar Tagen in einen großen Wald, worin sich viel und sehr gute Weide befand. Er machte sich also dort ein kleines Hüttlein, worin er mit seinen Schafen Platz hatte, und flocht darum, so wie es die Hirten unseres Volkes zu tun pflegen, einen Zaun von Reisig und Ruten. Dies war zum Schutz gegen Wölfe oder sonstige wilde Tiere, deren es in dem Wald von Struppwerk genug gab. Eines Abends, er hatte eben die Tür seiner Einfriedigung geschlossen, rief es draußen, und zwei fremde Männer baten um Einlaß. Der Knabe machte sogleich auf – wie wenige hätten dies getan! -, und es trat der Herr Christus mit dem heiligen Apostel Petrus ein, welche aber der Knabe natürlich nicht erkannte. Die Männer grüßten den Jungen, und nachdem er ihnen freundlichen Dank dafür nicht schuldiggeblieben, so baten sie um Essen und ein Nachtlager, da sie sehr müde und hungrig waren. Der Schafjunge hatte aber nichts zu essen, denn er selbst hatte bis jetzt von Beeren und Waldfrüchten gelebt, die er während des Schafhütens im Walde gefunden. Nun war er der Fremden wegen, die er, wie es das heilige Gastrecht verlangt, gerne gut bewirtet hätte, in großer Verlegenheit. Er wußte also nichts anderes zu tun, als geradezu eines der Schafe zu schlachten und es für seine Gäste zuzubereiten. Diese waren aber auch so hungrig, daß sie nach und nach das ganze Schaf aufzehrten. Als sie damit fertig und satt waren, sprach Christus zu dem Knaben: »Mein Sohn, wo hast du das Schaf geschlachtet, hier oder draußen?« Da sagte jener: »Hier im Hof!«, worauf der Herr fortfuhr: »Gut, so nimm das Blut auf, wie du es draußen noch finden wirst, und sammle auch alle Knochen und Beine davon, welche wir übriggelassen und grabe alles zusammen in einer Ecke des Hofes ein!« Der Knabe tat so, wie ihm gesagt worden, und nachdem er damit fertig war, kam er wieder herein und wies seinen Gästen jedem eine Ecke in dem kleinen Hüttenraume an, wo er schon von dürrem Laub weiche Lagerstätten bereitet hatte. Weil aber die Schafe auch gewöhnt waren, hier zu schlafen, so legte er sich unter die Türe, damit für diese Nacht keines herein und die Fremden beunruhigen könnte. Auch seine Schafe mußten ihm helfen, das Gastrecht zu üben. Des Morgens stand er in aller Frühe auf, um nach seinen Schafen zu sehen, wie staunte er aber, als er statt vieren, die er heute noch haben sollte, den ganzen Hofraum mit den schönsten Schafen voll sah, so daß dieser sie kaum zu fassen vermochte. Er wußte nicht, was er denken sollte, und lief deshalb hinein

Weiterlesen »

Gefällt dir das Projekt Märchenbasar?

Dann hinterlasse doch bitte einen Eintrag in meinem Gästebuch.
Du kannst das Projekt auch mit einer kleinen Spende unterstützen.

Vielen Dank und weiterhin viel Spaß