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Die drei Brüder
Es waren drei Brüder, welche weder Vater noch Mutter hatten. Und ihr Vater war ohne Testament gestorben. Sie beschlossen, zum König zu gehen, damit er unter sie die Güter vertheile, sie gingen hin und auf dem Wege ging der Erstgeborene voran, der zweite ging hinter dem ältesten und der jüngste hinter allen. Sie fanden einen Mann, der eine Mauleselin suchte. Er sagte zu dem Erstgeborenen: – Bruder, hast du eine Mauleselin gesehen? Der Erstgeborene sagte: – War sie einäugig? – Ja. – Alsdann habe ich sie nicht gesehen. Indem er den zweiten fand, fragte er: – Bruder, hast du eine Mauleselin gesehen? Dieser sagte: – War sie grau? – Ja. – Alsdann habe ich sie nicht gesehen. Er fand den dritten. Und sagte ihm: – Bruder, hast du eine Mauleselin gesehen? – War sie hinkend? – Ja. – Alsdann habe ich sie nicht gesehen. Dann frug er sie, wohin sie gingen, und sie sagten es ihm; und jener Mann eilte voran und ging zum Hause des Königs und erzählte hier, was ihm mit den drei Brüdern zugestossen war. Als die Brüder beim Hause des Königs ankamen, baten sie ihn, dass er ihnen die Güter vertheile. Der König befahl einem Diener, dass er ihnen ein gutes Frühstück gebe und er solle ihm alles aufschreiben, was sie zusammen sprechen werden, während sie frühstücken. Zum Frühstück wurde ihnen ein gebratenes Ferkel und dazu Wein gebracht. Der Jüngste sagte: – Gut wäre dies Ferkel, wenn es nicht mit Lausmilch aufgezogen worden wäre. Der zweite sagte: – Gut wäre dieser Wein, wenn er nicht aus Setzlings-Trauben gemacht wäre. Der Erstgeborene sagte: – Schön wäre der König, wenn er nicht Bastard und Sohn eines Mauren wäre. Jener Diener brachte das Aufgeschriebene dem König, und als er es gelesen hatte, liess er Jenen rufen, der ihm das Ferkel geschenkt hatte. Der König sagte zu ihm: – Wie zogst du jenes Ferkel auf? Der Mann sagte: – Das Mutterschwein starb, und wir hatten eine kleine Hündin, die nährte es. Sodann liess der König den Mann rufen, der ihm den Wein geschenkt hatte und fragte ihn: – Woher ist dieser Wein? – Er ist aus Setzlingstrauben. Dann liess der König seine Mutter rufen und fragte sie: – Wessen Sohn bin ich? Sie sagt: – Ei – deines Vaters Sohn. Der König sagt: – Und wer war mein Vater? Seine Mutter sagt: – Es war in einem Jahre, in welchem Krieg war, wir hielten uns im Maurenland auf und du bist der Sohn eines Mauren. Dann frug er die drei Brüder, zu ihnen sagend: – Wie wusstest du, dass das Maulthier hinkend war? Er sagte: – Weil ich auf dem ganzen Wege nur drei Fussstapfen fand. – Und wie wusstest du, dass es grau sei? Er sagte: – Weil ich einige Wälzplätze fand und es waren dort weisse und schwarze Haare. – Und wie wusstest du, dass es einäugig war? Er sagte: – Weil beide Seiten mit Getreide bewachsen waren und ich fand es nur auf einer Seite abgefressen. Da