Tritt ein und lass dich verzaubern
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Die Grimsschecke
Es war einmal ein reiches Ehepaar, das hatte zwölf Söhne. Als der jüngste von ihnen herangewachsen war, wollte er nicht länger zu Hause bleiben, sondern wollte fort in die Welt und sein Glück versuchen. Die Eltern sagten, er hätte es ja gut bei ihnen und er sollte doch lieber zu Hause bleiben. Aber er hatte keine Ruhe, er wollte und musste fort, und da ließen sie ihn denn endlich reisen. Als er nun eine Zeitlang umhergewandert war, kam er auch zu einem Königsschloß; da bat er um einen Dienst, und den erhielt er auch. Die Tochter des Königs von diesem Lande aber wurde von einem Troll in einem Berg zurückgehalten, und der König hatte nur diese einzige Tochter. Darum war er und mit ihm das ganze Land in großer Sorge und Betrübnis, und der König hatte demjenigen, der sie befreien könnte, die Prinzessin und das halbe Reich versprochen; doch obwohl es viele versuchten, gab es niemanden, der das konnte. Nach ungefähr einem Jahr wollte der Bursche wieder nach Hause und seine Eltern besuchen. Als er aber zu Hause ankam, waren seine Eltern inzwischen gestorben, und die Brüder hatten die Erbschaft unter sich geteilt, so dass nun nichts mehr für den Burschen übrig war. „Soll ich denn gar nichts haben?“ fragte der Bursche. „Wie konnten wir denn wissen, dass du noch am Leben bist, wo du so lange herumgestreift bist?“ fragten die Brüder, „aber das ist nicht so schlimm. Oben auf der Bergkoppel grasen zwölf Stuten, die wir noch nicht unter uns geteilt haben; willst du die für dich haben, so kannst du sie nehmen.“ Ja, damit war der Bursche einverstanden, und er begab sich sogleich zu der Bergkoppel, wo die zwölf Stuten grasten. Wie er hinkam, da hatte jede Stute ein Füllen; das schönste Füllen aber hatte doch die eine Stute, das war ein großes scheckiges Füllen und so fett und so gut bei Leibe, dass es glänzte. „Du bist ein schönes Tierchen“, sagte der Bursche. „Ja, aber wenn du die anderen Füllen totschlägst, so dass ich ein ganzes Jahr bei allen Stuten saugen kann, dann sollst du mal sehen, wie groß und schön ich werde“, sagte das Füllen. Das tat denn der Bursche auch. Er schlug alle anderen Füllen tot, und darauf ging er fort. Als er das nächste Jahr wiederkam und sich nach seinem Füllen und seinen Stuten umsehen wollte, da war das Füllen so fett geworden, dass es glänzte und blitzte, und so groß war es, dass der Bursche nur mit genauer Not hinaufkommen konnte. Alle Stuten aber hatten wieder ihr Füllen bekommen. „Ja, es ist wahr, es hat sich gelohnt, dass ich dich bei allen zwölf Stuten saugen ließ“, sagte der Bursche zu dem Einjährigen, „aber jetzt bist du groß genug, nun muss ich dich mitnehmen.“ – „Nein, lass mich noch ein Jahr hier bleiben“, sagte das Füllen, „schlag wieder die zwölf anderen Füllen tot, damit ich auch dieses Jahr bei allen zwölf Stuten saugen kann; dann sollst du mal sehen, wie groß und schön ich